
Es gibt diese Sonntage, an denen schon beim Aufwärmen klar ist: Heute passiert hier etwas. Die Sonne hängt tief über der Oaklane, irgendwo klappert ein Bierkasten, und am Rand wird bereits diskutiert, ob der Platz eher „hart, aber fair“ oder einfach nur „hart“ ist.
Erste Mannschaft: Effizienz in Druffeler Reinform
Die Erste der Druffeler SG brauchte genau eine Chance, um den Motor anzuwerfen. Vierte Minute, langer Ball von Janis, Nick geht durch, die Kugel wird unglücklich von einem Mastholter ins eigene Netz abgefälscht – 1:0. Kreisliga kann manchmal so einfach sein.
In der Folge das gewohnte Bild: viel Betrieb über die Außen, viele Flanken – aber zunächst niemand, der sie veredelt. Witte versucht’s artistisch im ersten Kontakt, Gianni per Freistoß, Noel mit Tempo über außen – alles da, nur das zweite Tor fehlt noch.
Dann hilft der Gegner mit. Kurz vor der Pause will der Mastholter Keeper klären, trifft aber Jens, und der sagt nicht Danke, sondern 2:0. Ein Tor, wie es nur auf diesen Plätzen fällt.
Nach dem Seitenwechsel bleibt Druffel seiner Linie treu: erste Chance, nächstes Tor. Wieder ein langer Ball von Böttcher, diesmal auf Noel, der durch ist und eiskalt zum 3:0 einschiebt. Die Partie ist damit eigentlich erzählt.
Mastholte kommt zwar noch zum 3:1, aber die letzte Pointe gehört Druffel: Flanke Tim, Witte steht goldrichtig und schiebt zum 4:1-Endstand ein. Souverän, abgeklärt, drei Punkte – Feierabendbier schmeckt gleich doppelt so gut.
Zweite Mannschaft: Vom Tiefschlaf zur Aufholjagd
Früher Anpfiff, früher Nackenschlag. Die Zweite liegt nach vier Minuten 0:1 hinten, nach elf Minuten 0:2, nach 27 Minuten 0:3. Ein Start wie ein kalter Waschlappen ins Gesicht.
Und dann? Passiert erstmal: wenig. „Spiel dümpelt so vor sich her“, funkt der Liveticker. Kreisliga-Ehrlichkeit, wie man sie liebt. Immerhin: Vor der Pause wird’s ruppiger, Verl sammelt Karten, Druffel kommt langsam rein.
Dann die zweite Halbzeit – und plötzlich ist Leben in der Bude. Elfmeter, 1:3. Druffel drückt, gewinnt Zweikämpfe, erspielt sich Chancen. In der 74. Minute dann das 2:3. Auf einmal wackelt der Gegner, und man spürt: Hier geht noch was.
Doch Kreisliga ist kein Wunschkonzert. Statt Ausgleich fällt das 2:4 in der Schlussphase. Der Stecker wird gezogen, obwohl ein Unentschieden sich irgendwie richtiger angefühlt hätte.
Zum Spiel: https://www.fussball.de/mgc.newsdetail/-/article-uuid/030AMC8J7G000000VS5489C0VS8OB539#!/
Am Ende bleibt ein Doppelspieltag, wie er im Buche steht: Oben die Erste, die liefert. Unten die Zweite, die kämpft.


