
Druffel zwischen Theke, Dauerregen und Teamgeist
Schockturnier im ausverkauften Bürgerkrug, Jugend-Stadtmeisterschaften im Starkregen und ein Teamtag, bei dem es ausnahmsweise mal nicht um Tore ging: Die DSG hat an einem einzigen Wochenende gezeigt, was Vereinsleben bedeutet, wenn man es ernst meint.
Es gibt Wochenenden im Vereinsleben, die einfach passieren. Und dann gibt es solche, nach denen man montags im Büro sitzt und sich fragt, ob das alles wirklich so stattgefunden hat. Die DSG hatte Letzteres.
Freitag: Wenn der Bürgerkrug zum Kolosseum wird
Alles begann am Freitagabend in Ronnys Kneipe — ausverkauftes Haus beim traditionellen DSG-Schockturnier. Kein Stuhl mehr frei, kein Bierdeckel unbenutzt. Was in anderen Vereinen die Mitgliederversammlung nicht schafft, gelingt in Druffel ein Abend mit Würfelbechern: volles Haus.
Die Würdenträger des Abends trugen ihre Pokale mit der stillen Würde von Champions-League-Siegern durch den Saal. Den Schock-Aus-Pokal — jene Trophäe für das früheste und spektakulärste Scheitern, die eigentlich in jedem Sport vergeben werden sollte — sicherte sich Sandra Squire. Den Generalpokal nahm Maik Hartwig in Empfang. Und ganz oben auf dem Treppchen, wo die Luft dünner wird und die Getränke stärker: Fritze Rehage, Schockkönig von Druffel. Beste Dame des Abends: Steffi Schneider, die damit bewies, dass dieses Spiel schon lange keine reine Herrenveranstaltung mehr ist.
Dass der Abend so reibungslos über die Bühne ging, verdankt der Verein dem Orga-Trio Mario, Rebecca und Achim — Menschen, die wissen, dass ein gutes Turnier vor allem eins braucht: genug Bier und einen funktionierenden Zeitplan. Beides war gegeben.
Samstag: Regen, Druffelino und die Unverwüstlichkeit der Jugend
Am Samstag dann das volle Kontrastprogramm. Statt verrauchter Kneipenatmosphäre: die Oaklane, Rietbergs Jugend und ein Himmel, der offenbar persönlich etwas gegen organisierte Fußballturniere hatte. Es regnete. Nicht so ein romantischer Nieselregen, der dem Ganzen eine britische Note verleiht, sondern richtig. Miserable. Norddeutsch.
Den Kindern war das, wie immer, vollkommen egal. Sie spielten, sie jubelten, sie rutschten durch Pfützen, als hätte jemand ein Feature und keinen Bug ins Turnier programmiert. Mittendrin: Maskottchen „Druffelino", das sich im Dauereinsatz befand, weil offenbar jedes Kind zwischen drei und zwölf ein Foto mit dem pelzigen Vereinsbotschafter brauchte. Man sagt, Druffelino habe an diesem Tag mehr gelächelt als in seiner gesamten bisherigen Karriere. Ob freiwillig, bleibt unklar.
Am Ende standen die verdienten Stadtmeister fest: GW Varensell bei der G-Jugend, Viktoria Rietberg bei der F-Jugend. Ein besonderer Dank geht an Sebastian Kathöfer, der als Hauptorganisator bewies, dass man Turniere auch bei Starkregen mit Haltung durchziehen kann.
Montag: Schattenspringer und Teamgeist
Wer dachte, nach dem Wochenende sei Ruhe, kannte die DSG schlecht. Am Montag folgte an der Oaklane der Teamtag für die F- und E-Jugenden — durchgeführt von den Schattenspringern aus Bielefeld, jenen Erlebnispädagogen, die aus einer Gruppe Kinder in wenigen Stunden ein funktionierendes Kollektiv formen können. Spiel, Spaß, Teamgeist. Der Dreiklang, den jeder Vereinsprospekt verspricht und den Druffel an diesem Tag tatsächlich lieferte.
Danke, Druffel
Ein Wochenende wie dieses organisiert sich nicht von allein. Dass es so lief, liegt an Menschen wie Mario, Rebecca und Achim am Schocktisch, Sebastian Kathöfer im Regen und Katrin Kuhn am Teamtag. Und an der Bürgerstiftung Rietberg, die mit ihrer Förderung solche Tage erst möglich macht.
Und jetzt?
Jetzt atmet Druffel kurz durch. Aber nur kurz. Am Donnerstag steht die DSG-Generalversammlung an, 20 Uhr im Bürgerhaus. Wer dabei war, weiß: Danach geht es noch an die Theke. Und danach — aber wirklich erst danach — in eine zugegebenermaßen kurze Osterpause.
Frohe Ostern, Druffel. Ihr habt es euch verdient.



