
Um sieben, als an der Oaklane angepfiffen wurde, war es noch hell genug, um die Flutlichtmasten für Dekoration zu halten. Um 19:22 Uhr ging die Sonne unter, drei Minuten später fiel das 1:1, und von da an gehörte der Abend den Masten. Siebzehn Grad beim Anpfiff, klarer Himmel: Der September gab sich noch einmal Mühe.
Zu Gast war der SCW Liemke, eine Klasse höher in der A-Liga zu Hause. Druffel spielt B-Liga, steht dort auf Platz zwei und hat nach sechs Spielen 27:2 Tore. Eine Abwehr mit solchen Zahlen ist wie ein Hausmeister, der seit Jahren jeden Abend abschließt: Man bemerkt ihn erst, wenn einmal eine Tür offen steht. In der vierten Minute stand eine offen, und geöffnet hatte sie jemand von innen. Eigentor, 0:1.
Dreimal über Luca
Was danach kam, lässt sich an einem Spieler erzählen. Nach 25 Minuten flankte Förster, und Luca Feldmann schob ein. Acht Minuten später holte er sich den Ball selbst auf außen, flankte, und Mark köpfte zum 2:1. In der 56. Minute verlagerte Justin auf ihn, Luca wollte schießen oder flanken, so genau ließ sich das von draußen nicht sagen, die Abwehr klärte, und Strate nahm den zweiten Ball aus 16 Metern. 3:1.
Höher stand es nur deshalb nicht, weil der Liemker Torwart einen guten Abend hatte. Er hielt zweimal gegen Mark, zweimal gegen Luca und fing einen Kopfball von Nick. Nick hatte in der 31. Minute eine Flanke zu weit geschlagen, was am Rand mit einem "wie immer" quittiert wurde. Elf Minuten später brachte er zwei Flanken hintereinander genau an. Ins Tor ging keine.
Liemke kam in der ersten Halbzeit zu einem Schuss, der weit vorbeiging, und zu einem Konter, der an der Eckfahne endete. Nach siebzig Minuten lautete die Einschätzung vom Rand: "Liemke hat keine Idee und spielt nur lang."
Zwölf Minuten Pokal
Dann kam in der 78. Minute das 3:2, aus dem Nichts. Druffel ließ ein wenig nach, Liemke kam noch einmal zum Abschluss, zu einer Ecke und zu zwei Freistößen, und ein Spiel, das eine Stunde lang entschieden gewirkt hatte, fühlte sich plötzlich wieder wie Pokal an. Kevin, der den Abend für die Vereinsgruppe mitschrieb, hielt in der 91. Minute fest: "Diese Spannung hier, mein Herz macht das alles nicht mehr mit."
Die Erlösung verweigerte der Schiedsrichter: Das 4:2 in der 93. Minute nahm er wegen Abseits zurück. Eine Minute später traf Ben nach einem Konter nur das Außennetz. Dann war Schluss, 3:2, und verdient. Die Bank lief aufs Feld, vor dem eigenen Tor saßen zwei Liemker im Gras.
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Am 4. Oktober kommt Liemke wieder an die Oaklane, dann mit der Zweiten und in der Liga. Anstoß ist um drei. Das Flutlicht darf aus bleiben.



