
Der erste Spieltag einer Saison hat immer etwas von einem Klassentreffen: Man weiß ungefähr, wer da ist, aber nicht, wer sich über den Sommer verändert hat. Druffel bekommt die Antwort an einem Sonntag, an dem beide Seniorenmannschaften auswärts fast zur selben Minute anstoßen, beide bei 24 Grad und einem Himmel, der noch nach August aussieht. Und beide Spiele werden am Ende durch einen Freistoß in der Schlussminute entschieden. Die Sorte Zufall, die man sich später an der Theke nicht mehr ganz glauben will.
Die Zweite: vier Tore und ein Keeper, der drei Meter zu weit stand
"Guten Mittag aus Wiedenbrück", funkt der Ticker um 13:08 zum Saisonstart, und keine sechzig Sekunden später steht schon der erste Treffer des Jahres drin. Sechste Minute, Lukas trifft, 1:0 für Druffel. Schneller kann eine Spielzeit kaum losgehen.
Was danach kommt, ist die beste halbe Stunde der Zweiten an diesem Nachmittag. In der 35. Minute erobert Davide den Ball, das Umschalten geht über Niklas Will, der Kai Sagemüller mustergültig in die Tiefe schickt. Kai bleibt eiskalt und schiebt zum 2:0 ein. Die Sorte Tor, für die man in der Vorbereitung zwanzigmal denselben Laufweg macht, damit er einmal sitzt.
Drei Minuten später rutscht ein langer Ball hinten durch, die Aramäer verkürzen, und der Ticker fasst die Halbzeit so trocken zusammen, wie sie war: "Die Gastgeber kamen besser ins Spiel, aber die DSG hält das 2:1." Nach der Pause kommt Luca Kohls für Torsten Junkerkalefeld, der Himmel zieht zu, und in der 58. Minute nimmt Noel den Ball am Sechzehner an, dreht sich überragend und schiebt überlegt zum 3:1 ein.
Bequem wird es trotzdem nicht. In der 70. bekommt Druffel den Ball nicht geklärt, es steht wieder nur ein Tor dazwischen, und die Zweite muss die letzten zwanzig Minuten das machen, was Auswärtssiege ausmacht: verteidigen, ohne dabei kopflos zu werden. Die Pointe liefert dann der gegnerische Torwart. 93. Minute, er steht drei Meter vor seinem Strafraum und nimmt den Ball in die Hand. Freistoß für Druffel, Colin legt sich das Ding hin und haut es zum 4:2-Endstand in die Maschen. Zehn Reaktionen im Ticker, mehr als bei jedem anderen Tor an diesem Tag.
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Die Erste: 95 Minuten Arbeit, ein Freistoß zu viel
Elf Kilometer weiter östlich rollt der Ball um 13:19, und über dem Kunstrasen in Gütersloh steht schon vor dem Anpfiff das Wort, das ein Saisonauftakt eigentlich selten hergibt: Topspiel. Die ersten zwanzig Minuten sind die Sorte Fußball, bei der beide Mannschaften erst einmal nachsehen, wo der andere weh tut. Fabio Pohl fängt die erste Ecke so unaufgeregt, als hätte die Vorbereitung genau dafür stattgefunden.
Gütersloh kommt über Standards. In der 19. knallt ein Kopfball nach Freistoß gegen die Latte, eine Minute später geht der Ball über außen in die Mitte und der Stürmer muss nur noch einschieben. Die Antwort dauert vier Minuten: Mark setzt sich im Strafraum durch und wird gefoult, Gianni nimmt sich den Ball, und Sekunden später steht im Ticker das 1:1 mit sechs roten Herzen darunter.
Danach wird das Spiel zerhackt. "Viel aus dem Spiel passiert nicht, oftmals wird das Spiel durch Fouls gestoppt", meldet der Ticker in der 60. Minute, und genau so fühlt sich diese zweite Halbzeit an. Nick läuft dreimal die Linie herunter und legt in die Mitte, Mark holt Ecken heraus, Strate hält im Fünfer den Fuß hin, Fabio hält in der 74. stark. In der 94. kommt Sven noch zum Abschluss, der Torwart ist da. In der 95. bekommt Gütersloh einen Freistoß, der Ball geht rein, und der Schlusspfiff kommt so schnell hinterher, dass er sich anhört wie ein Teil des gegnerischen Torjubels.
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