
Hamburg zeigte sich an diesem 7. Juni von seiner nassen Seite. Grauer Himmel über den Wallanlagen, Regen auf dem Pflaster, Kapuzen tief im Gesicht. Mittendrin, in Goldfolie gewickelt und mit der Finisher-Medaille um den Hals, ein grinsender Druffeler: Jens Rehkemper, soeben Ironman geworden.
3,8 km schwimmen + 180 km mit dem Rad - 42,195 km laufen: die Rechnung eines langen Tages
Die Zahlen lesen sich wie eine Drohung. 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer auf dem Rad, und als wäre das nicht genug, hinten dran noch der komplette Marathon über 42,195 Kilometer. Rehkemper reihte alles aneinander und stoppte die Uhr bei 10:32 Stunden, einer Fabelzeit, die er bei der eigenen Einordnung gleich selbst noch in den Konjunktiv hob: „Eine absolute Grenzerfahrung, aber ein unglaublich geiles Gefühl im Ziel!! Nicht auszudenken, welche Schwimmzeit mit der geplanten 50-Meter-Trainingsbahn in der Druffeler Kirche möglich gewesen wäre.“
Eine Horde in Schwarz-Weiß
Allein war Jens dabei nie. Eine ganze Horde Fans, Familie und Mitspieler der 1. Mannschaft reiste aus Druffel und Umgebung an, um ihn über die Distanz zu treiben. Mit wehenden DSG-Fahnen, mit Sprechchören im Hamburger Nieselregen und mit einem Trikot, das mehr sagt als jedes Banner: Druffeler SG, Nummer 10, hochgehalten am Ironman-Bogen wie ein Pokal. Spätestens als sich die komplette Reisegruppe um das „Jens, you are an Ironman“-Plakat versammelte, war klar: Das hier war kein Einzelstart, das war ein Vereinsausflug mit Zieleinlauf.
Glückwunsch, Jens
Die DSG gratuliert ganz herzlich zu einer Leistung, die sportlich kaum zu überbieten ist und bei der zwischen Schwimmen, Radfahren und Laufen sogar der Fußball noch einen Platz im prall gefüllten Trainingsplan fand. Bleibt nur eine Frage offen: Wann wird die 50-Meter-Bahn in der Druffeler Kirche eingeweiht?




